Gleichstellungsstelle

Dem Verfassungsauftrag gemäß gibt es bereits seit Juli 1987 im Landkreis Alzey-Worms eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte. Auch wenn die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Verfassung schon lange realisiert und die rechtliche Gleichberechtigung vollzogen ist, lassen sich nach wie vor Benachteiligung, Diskriminierung und Gewalt gegenüber Frauen in unserer Gesellschaft nachweisen, die es abzubauen gilt.

  • Sei es auf dem Arbeitsmarkt (Teilzeitarbeit ist noch immer „Frauensache“), sei es in Einkommen und Lebensunterhalt (noch immer verdienen Frauen im Durchschnitt 23 % weniger als Männer, dabei ist Deutschland im europäischen Vergleich bei den Schlusslichtern).
  • Beim Erreichen beruflicher Führungspositionen haben Frauen eher Nachteile als Männer – der Frauenanteil in Führungspositionen liegt in der Privatwirtschaft bei ca. 27 %, im Management DAX notierter Betriebe ist die Frauenquote Thema und der Anteil von Professorinnen beträgt nur 17,2 %, obwohl der Anteil der Abiturientinnen und Studienabsolventinnen bei über 50 % liegt.
  • Familienarbeit liegt nach wie vor vorrangig in der Verantwortung von Frauen, auch wenn erfreulicherweise der Väteranteil in der Erziehungszeit und das Engagement junger Väter für Kinder und Familie steigen.
  • In der Verteilung von Entscheidungsmacht sind die Positionen in politischen Gremien nur mit ca. 25 % Frauen besetzt, was noch lange nicht ihrem Bevölkerungsanteil von 52 % entspricht.
  • Die vielen Formen von „Gewalt gegen Frauen“, vor allem auch häusliche Gewalt, kommen auch in unserem Landkreis vor und sind keine Privatsache. Der unter Federführung der Gleichstellungsstelle arbeitende „Runde Tisch gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen“, sorgt unter Beteiligung aller mit der Thematik Gewalt befassten Institutionen und Beratungsstellen, dass von häuslicher Gewalt betroffene Frauen und Kinder in unserem Landkreis schnelle Hilfe bekommen.

Vielen Menschen, und gerade jungen Frauen, ist der Diskriminierungsgedanke heute fremd. Sie fühlen sich gleichberechtigt, standen ihnen bislang doch alle Türen offen. Wurde unseren Großmüttern bereits im Alter von 10 Jahren der Gymnasiumsbesuch verwehrt, weil sie Mädchen waren, so erfährt die junge Akademikerin heute, ggf. mit 30 Jahren, dass sie die Leitungsstelle trotz guter Examensnoten nicht bekommt. Oder die junge Mutter, dass sie alleine Familie, Kinder, Beruf unter einen Hut bringen muss. Oder die Frau Mitte 40, nach der Familienphase, dass ein Wiedereinstieg in eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung äußerst schwierig ist. Oder die Frau um 50, die nach langjähriger Ehe geschieden wird, nur maximal drei Jahre Unterhalt bekommt und nun ihren Lebensunterhalt allein verdienen muss - der familienbedingte Teilzeitjob aber zum Leben nicht ausreicht. Oder die Rentnerin, die im Alter arm ist, obwohl sie ihr ganzes Leben lang gearbeitet hat, wie viele Frauen ihrer Generation meist nur in Teilzeit oder Minijob.

Mit all diesen Themen ist die Gleichstellungsbeauftragte ebenso befasst wie mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen, die sich im Zusammenhang mit der Integration von Migrantinnen stellen. Hierzu bietet sie im Landkreis Veranstaltungen, Fortbildungen, Vorträge an, um vor Ort eine strukturelle Verbesserung für Frauen und eine Bewusstseinswandel zu erreichen. Dies entspricht dem Auftrag, gemäß Artikel 3 Abs. 2 des Grundgesetzes „Frauen und Männer sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

Mit der Veranstaltungsreihe „Frauen in Aktion“, die alljährlich zum 8. März - dem Internationalen Frauentag - startet, koordiniert die Gleichstellungsstelle ein großes Netzwerk von Verbänden, Vereinen, Organisationen und engagierten Frauen, die eine Vielzahl von Veranstaltungen von Frauen für Frauen und Männer anbieten. Immer aktuell: www.frauen-in-aktion.de

Die Gleichstellungsbeauftragte bietet Informationen, Beratung, Unterstützung an bei privaten, familiären, beruflichen Konflikt- oder Gewaltsituationen. Termine können kurzfristig vereinbart werden.

Frauengruppen, Verbände, Vereine, Organisationen sind zur Zusammenarbeit eingeladen, ebenso wie „nicht-organisierte Frauen“, die sich gerne engagieren und im Frauennetzwerk mitwirken wollen. Es sind auch diejenigen herzlich willkommen, die bereits Ideen, Vorschläge, Anregungen zu Veranstaltungen und Projekten im Landkreis haben.

Adresse

Gebäude Hauptgebäude
Ernst-Ludwig-Straße 36
55232 Alzey
http://www.frauen-in-aktion.de

Kontakt

(06731) 408-1251
(06731) 408-84444
frauenbuero@alzey-worms.de

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag 08:00 - 12:00 Uhr Montag und Dienstag 14:00 - 16:00 Uhr Donnerstag 14:00 - 18:00 Uhr

Wegbeschreibung

Im Hauptgebäude, Ernst-Ludwig-Straße 36 finden Sie die Abteilung im
1. Obergeschoss. 



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