Mammutprojekt auf dem Weg zum Hochleistungsnetz

22.12.2023

Riedbahn-Sanierung: Erste Arbeiten starten / Schienenersatzverkehr

Nachdem der Bund und die Deutsche Bahn AG (DB) die Riedbahn als Pilotprojekt auf dem Weg zum angestrebten Hochleistungsnetz ausgewählt haben, starten erste Arbeiten zur Generalsanierung bereits im Januar. Mit starken Fahrplaneinschränkungen auf der Strecke Mainz-Osthofen-Worms ist innerhalb des Zeitraumes von drei Wochen, vom 2. Januar bis zum 21. Januar, zu rechnen. Die Gemeinden Alsheim und Mettenheim werden im Rahmen der Arbeiten von den Zügen nicht mehr angefahren. Die Bahn wird einen Schienenersatzverkehr (SEV) ab/nach Guntersblum und Osthofen einrichten. Wie die Kreisverwaltung Alzey-Worms mitteilt, wird die Organisation des SEV vollständig durch die DB Netz übernommen.

In der ersten Bauphase im Januar sollen 70 Fahrzeuge der DB-eigenen Flotte durch die DB SEV GmbH eingesetzt werden. Weitere 80 Fahrzeuge und Fahrer werden von 16 Subunternehmen gestellt.

Schülerverkehr betroffen 

Da auch der Schülerverkehr von der Sperrung betroffen sei, habe die Kreisverwaltung als Aufgabenträger die hiervon tangierten Schulen im Landkreis bereits über die Fahrplaneinschränkungen und den geplanten Schienenersatzverkehr informiert und gebeten, etwaige Probleme mit Anschlüssen, Fahrtzeiten oder Kapazitäten dem für den Öffentlichen Personennahverkehr zuständigen Referat zu melden. Diese würden dann schnellstmöglich an die verantwortliche DB Netz weitergeleitet.

Weitere Streiks möglich

Darüber hinaus sei es aktuell unklar, ob die Lokführergewerkschaft GDL ab dem 8. Januar streiken werde und wie sich dies gegebenenfalls auf die geplanten Verkehre auswirke. Sollte Näheres bekannt werden, werde die Kreisverwaltung dies schnellstmöglich über die ihr zur Verfügung stehenden Kanäle mitteilen. Die Verwaltung empfiehlt allen betroffenen Eltern und Schülern, sich vor Fahrantritt am 8. Januar online über die Fahrtmöglichkeiten zu informieren. 

Zur weiteren Umsetzung der Sanierungsarbeiten plane die Deutsche Bahn darüber hinaus, die hessische Riedbahn zwischen Mannheim und Frankfurt ab dem 15. Juli 2024 über einen Zeitraum von rund fünf Monaten auf voller Länge voll sperren, um sie einer Generalsanierung zu unterziehen. Innerhalb der „kompakten Sperrpause“ von fünf Monaten plane die DB, auch alle Anlagen an der rund 70 Kilometer langen Strecke zu modernisieren. 

Aufgrund der zentralen Lage und sehr hohen Auslastung der Riedbahn, sollen sich nach der Fertigstellung positive Effekte für das gesamte Schienennetz in Deutschland ergeben. 

„Die Güter- und Personenfernverkehre, welche die sehr stark befahrene Strecke nutzen, müssen während der Sperrung zum größten Teil über die Strecken Darmstadt – Mannheim/Heidelberg sowie Mainz – Worms – Mannheim umgeleitet werden. In geringerem Umfang werden Güterzüge auch großräumiger über die Ruhr-Siegverbindung und die Mosel-Saar-Pfalz-Strecken fahren“, informiert die Verwaltung. 

Um auf den benachbarten Strecken Platz für umgeleitete Züge zu machen, müssten teilweise auch zwischen Frankfurt am Main und Heidelberg (Main-Neckar-Bahn) sowie auf der linksrheinischen Strecke Mainz – Worms – Mannheim/Ludwigshafen (Ludwigsbahn) Takte ausgedünnt und Regionalzüge durch Busse ersetzt werden. Bei den noch fahrenden Zügen solle im Gegenzug die Sitzplatzkapazität teilweise auf bis zu 800 Sitzplätz erhöht werden. 

Züge nur noch stündlich

„Auf der Strecke zwischen Mainz - Worms - Mannheim fahren dann nur noch stündlich Züge. Die Gemeinden Alsheim und Mettenheim werden nach heutigem Informationsstand nahezu vollständig abgehängt und stattdessen über einen stündlichen SEV Richtung Guntersblum und Osthofen, an die dortigen Bahnhöfe und noch fahrenden Züge angeschlossen“, so die Kreisverwaltung weiter. Für die betroffenen Regional- und S-Bahnen richte die DB zu diesem Zweck einen Ersatzverkehr mit 150 Überland- und Gelenkbussen ein, die täglich über 1.000 Fahrten durchführen sollen. Hierfür würden etwa 390 Busfahrer benötigt. Dies seien mehr Fahrer, als derzeit in den Linienbündeln Worms, Wonnegau-Altrhein, Alzey-Worms Nord und im Donnersbergkreis im Einsatz sind.

„Während der Hauptsperrung ab dem 15. Juli 2024 soll der SEV vollständig durch die DB SEV GmbH erbracht werden. Allein die Tatsache, dass die DB im Januar 2024 über 50 Prozent der Leistungen fremd vergeben muss, lässt vermuten, dass der DB aktuell nicht genügend Fahrpersonal zur Verfügung steht, um die Leistung eigenständig zu erbringen“, betont die Kreisverwaltung.

Auch Rheinhessenstrecke gesperrt

Darüber hinaus plane die DB Netz eine parallele sechsmonatige Vollsperrung der Rheinhessenstrecke zwischen Eppelsheim und Monsheim, ebenfalls ab dem 15. Juli 2024. „Der Landkreis Alzey-Worms und auch der ZÖPNV RLP Süd halten es für sehr unwahrscheinlich, dass es gelingen wird, für beide Strecken ausreichend SEV Personal zu finden, zumal nahezu zeitgleich ab dem 9. Juni 2024 die großen Buslinienbündel Worms, Wonnegau-Altrhein und Alzey-Worms Nord mit zusätzlichen Verkehren und entsprechendem Fahrzeug- und Personalmehrbedarf starten werden“, so die Kreisverwaltung.

Der Landkreis habe daher bereits im Jahr 2022 mehrfach gegenüber der DB Netz erhebliche Bedenken gegen die geplante parallel stattfindende Sperrung geäußert und eine Verschiebung der Arbeiten an der Rheinhessenbahn gefordert: „Nachdem die Gespräche hierzu leider erfolglos verlaufen waren, sah sich die Verwaltung veranlasst, die DB Führung, die Politik und die zuständigen Landes- und Bundesministerien über die Bedenken des Landkreises zu informieren.“ Nach wie vor halte die DB Netz gegen den Willen des ZÖPNV Süd, der betroffenen Landkreise und Städte weiterhin an der parallelen Sperrung beider Strecken fest.

Erfahrungen aus anderen Landkreisen und Verbundgebieten zeigten, dass der Fahrermarkt nahezu ausgeschöpft sei und das benötigte Fahrpersonal nicht oder nur in sehr begrenztem Rahmen für diese Mammutaufgaben im Jahr 2024 zur Verfügung stehen werde. Speziell zur Hauptverkehrszeit, in der neben zahlreichen Pendlern auch Schülerinnen und Schüler zwingend auf die Verbindungen angewiesen seien, müssten genügend SEV Kapazitäten durch DB bereitgestellt werden. So werde beispielsweise allein der morgendliche „Schülerzug“ von Worms nach Alzey aktuell täglich von bis zu 600 Fahrgästen genutzt. „Von Seiten der DB wurde der Kreisverwaltung mehrfach zugesichert, dass genügend Personal zu Verfügung stehen wird, um alle notwendigen Verkehre abzubilden. Als betroffene Aufgabenträger sehen wir dies weiterhin kritisch und schließen einen Einbruch bei der Leistungsbringung mit Beginn der Bauarbeiten in 2024 nicht aus“, betont Landrat Heiko Sippel. Der Landkreis habe in Zusammenarbeit mit dem ZÖPNV bereits einen Entwurf für einen Schienenersatzverkehr für die Rheinhessenbahn erarbeitet und zahlreiche zusätzlich notwendige SEV Leistungen über den ZÖPNV bei der DB angemeldet. Die Kosten hierfür müssten von der DB als Verursacher übernommen werden. Die Rückmeldung der DB Netz und der DB SEV GmbH stünden noch aus.

Info Riedbahn:

Die Riedbahn ist eine der bundesweit wichtigsten und meistgenutzten Strecken sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr Pro Tag verkehren hier insgesamt über 300 Fern-, Nah- und Güterverkehrszüge. Die bestehende Infrastruktur ist für die stetig wachsenden Verkehrsmengen nicht ausgelegt. Anlagen sind überaltert und störanfällig, Bahnhöfe nicht mehr zeitgemäß. Mit der komprimierten Generalsanierung bündelt die DB alle anstehenden Arbeiten der kommenden Jahre und will damit eine wiederkehrende Anzahl künftiger Sperrungen vermeiden.

e-Services - digitale Anträge und Onlinedienstleistungen

Hinweise für Besucherinnen und Besucher der Kreisverwaltung:

Für persönliche Vorsprachen soll grundsätzlich eine vorherige Terminvereinba-rung erfolgen.

Unser Team ist zu den üblichen Öffnungszeiten telefonisch und per E-Mail für Sie erreichbar. 
Ihre Unterlagen können zudem über den Postweg oder per Briefkasten-Einwurf (Ernst-Ludwig-Straße 36) übermittelt werden.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

© 2007-2024 Kreisverwaltung Alzey-Worms - Alle Rechte vorbehalten
 
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