Pilotprojekt „Telemedizinische Assistenz Rheinland-Pfalz“ startet in der Region Alzey

07.09.2020

Ärztliche Versorgung unterstützen und stärken

Die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum steht vor besonderen Herausforderungen. Ein Baustein in der Strategie der Landesregierung zur Stärkung von Hausärztinnen und Hausärzten im ländlichen Raum ist das Pilotprojekt „Telemedizinische Assistenz“ (TMA), das im September in vier Regionen startet. Gesundheitsstaatssekretär Dr. Alexander Wilhelm eröffnete das Projekt für die Pilotregion Alzey offiziell am heutigen Montag.   „Die Corona-Pandemie hat uns noch einmal deutlich vor Augen geführt, wie wichtig die Digitalisierung gerade im medizinischen Bereich ist. Rheinland-Pfalz geht hier mit einer im Bundesvergleich einzigartigen Umsetzung seines TMA-Projekts voran und entlastet Hausärztinnen und Hausärzte vor allem in ländlichen Regionen. Ich freue mich, dass wir nicht nur alle Partnerinnen und Partner der hausärztlichen Versorgung für unser Projekt gewinnen konnten, sondern auch alle acht in Frage kommenden Praxen der Region mit insgesamt 20 Ärztinnen und Ärzten sowie 12 Telemedizin-Assistenzkräften“, unterstrich Dr. Wilhelm die Bedeutung des Projekts.   „Ich freue mich sehr, dass das Pilotprojekt Telemedizinische Assistenz in der Region Alzey jetzt an den Start geht. Das zukunftsweisende Projekt trägt dazu bei, die Ärzteschaft zu unterstützen, die Versorgung der Patienten zu verbessern, die Chancen der Telemedizin zu nutzen und auch die Tätigkeit der nicht-ärztlichen Assistenzkräfte in den Hausarztpraxen weiter aufzuwerten“, betonte Landrat Heiko Sippel.   Das rheinland-pfälzische TMA-Pilotprojekt zeichnet sich im bundesweiten Vergleich durch mehrere Alleinstellungsmerkmale aus. Einmalig ist zum Beispiel die vom Land geförderte Möglichkeit ein Elektroauto zu leasen, um die Mobilität der TMA zu steigern. Von dieser Gelegenheit werden 14 Praxen mit einem Leasing von 15 Renault Zoe Gebrauch machen. Das Projekt richtet sich zudem gezielt an Hausarztpraxen im ländlichen Raum und wird durch alle gesetzlichen Krankenkassen und deren Verbände durch zusätzliche Honorarzahlungen an die mitwirkenden Praxen finanziell gefördert. Darüber hinaus wird das Projekt durch die Ärzteschaft und hier insbesondere durch den Hausärzteverband Rheinland-Pfalz tatkräftig unterstützt. Mitwirkende Praxen haben die Möglichkeit, ihr Technikpaket in Teilen nach individuellen Wünschen und Vorstellungen zusammenzustellen. Beispielsweise bei der Installation der erforderlichen Software aber auch bei Fragen, die während der Projektlaufzeit auftreten, werden diese intensiv betreut.   Auch Dr. Barbara Römer, Vorsitzende des Hausärzteverbands RLP, begrüßte das rheinland-pfälzische Pilotprojekt: „Durch die TMA kann die hohe Arbeitsbelastung von Hausärztinnen und Hausärzten reduziert werden. Das verbessert nicht nur die Versorgung der Patientinnen und Patienten, sondern steigert auch die Attraktivität hausärztlicher Tätigkeit im ländlichen Raum.“   Am rheinland-pfälzischen TMA-Projekt nehmen insgesamt 24 Hausarztpraxen und bis zu 56 Ärztinnen und Ärzte sowie bis zu 46 TMA in vier ländlichen Regionen teil, darunter alle acht in Frage kommenden Praxen aus der Region Alzey mit insgesamt 20 Ärztinnen und Ärzten sowie 12 nicht-ärztlichen Praxisassistentinnen. Zudem kommen 12 Technikpakete und sieben Elektroautos zum Einsatz. Die speziell geschulten Telemedizin-Assistenzkräfte werden im Auftrag der Hausärztinnen und Hausärzte verstärkt Patientinnen und Patienten zu Hause aufsuchen und mithilfe moderner telemedizinischer Ausrüstung unter anderem verschiedene Vitalparameter digital erfassen, die an ein mitgeführtes Tablet übertragen und von dort direkt an die Praxis übermittelt werden. Die Ärztin oder der Arzt können die eingehenden Daten sichten und mit der TMA oder den Patientinnen und Patienten vor Ort zum Beispiel über Videotelefonie in Kontakt treten. Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren und wird wissenschaftlich evaluiert. Es wird vom Hausärzteverband, der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), allen gesetzlichen Krankenkassen mit Versicherten in Rheinland-Pfalz, der Landesärztekammer und der Arbeitsgemeinschaft der Patientenorganisationen als Projektpartner sowie dem Zentrum für Telemedizin (ZTM) Bad Kissingen als technischem Partner unterstützt.   „Im Rahmen des Pilotprojekts kommt modernste telemedizinische Ausrüstung zum Einsatz. Neben Blutdruck- und -zuckermessgerät, Pulsoxymeter, Fieberthermometer, 12-Kanal-EKG und Tablet-PC kann das Technikpaket nach den Wünschen der teilnehmenden Praxen ergänzt werden. Durch die im Tablet integrierte Multi-SIM-Karte wird zudem die bestmögliche Internetverbindung sichergestellt“, so Dieter Ebinger vom ZTM.

Mit moderner telemedizinische Ausrüstung sind die Praxisassistentinnen ausgestattet.  zoom
Mit moderner telemedizinische Ausrüstung sind die Praxisassistentinnen ausgestattet.

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