„No risk, no fun!?: Rechtsfragen in der Jugendarbeit online beantwortet

19.05.2020

Viele Ehrenamtliche mit dabei

Die Kenntnis gesetzlicher Rechte und Pflichten von Akteuren in der Kinder- und Jugendarbeit sind ein wichtiges Themengebiet für eine qualitative und verantwortungsbewusste Gestaltung von Angeboten. Bereits seit einigen Jahren besteht eine erfolgreiche Kooperation der Kreisjugendpflegen Mainz-Bingen und Alzey-Worms, die gemeinsam in regelmäßigen Abständen eine Veranstaltung mit dem Schwerpunkt „Rechtsfragen in der Jugendarbeit“ sowohl für Hauptamtliche als auch für Ehrenamtliche anbieten. In diesem Jahr war aufgrund der Resonanz der vergangenen Veranstaltungen sogar eine Erweiterung auf zwei Tage geplant, um der Vielzahl an Fragen und Themen gerecht zu werden. „No risk, no fun!?“ - unter diesem Motto stand die Veranstaltung unter der Leitung von Rechtsanwalt Stefan Obermeier. Als Experte vermittelte der Jurist das komplexe Thema praxisnah, kompetent und verständlich. Auf Grund der aktuellen Covid-19 Pandemie fand das Seminar erstmals online statt. 30 Aktive in der Kinder- und Jugendarbeit aus den beiden Landkreisen nahmen teil. „Besonders schön zu sehen war, dass aufgrund der aktuellen Lage und des digitalen Formates neben den Hauptamtlichen vermehrt auch Ehrenamtliche an der Veranstaltung teilnehmen konnten. Ohne eine gute Ehrenamtsstruktur mit kreativen, aber auch rechtlich versierten Teams wären viele Angebote in der Kinder- und Jugendarbeit so nicht möglich“, so Christine Hassemer von der Kreisjugendpflege Alzey-Worms. Stefan Obermeier beschrieb an Fallbeispielen praktisch und anschaulich die Bedeutung der Aufsichtspflicht. Dennoch bemerkte er, dass Jugendarbeit nicht die Vermeidung von Gefahren als Ziel hat, sondern das Vertraut machen mit Gefahren. „Kinder, die nichts dürfen, werden zu Erwachsenen, die nichts können“, war ein Leitsatz, um Mut zu machen, Kindern vertrauensvolle Erfahrungen zu ermöglichen. In der etwa dreistündigen Veranstaltung konnten viele Fragen der Teilnehmenden, unter anderem zu den aktuellen Konsequenzen/Bedingungen der Covid-19 Pandemie im Hinblick auf aktuelle Angebote der Kinder- und Jugendarbeit, geklärt werden. Auch wenn die Bedingungen derzeit für Akteure in der Kinder- und Jugendarbeit nicht einfach sind, war deutlich spürbar, dass es weiter geht. Diese Veranstaltung ist ein Beispiel von vielen, wie die besondere Zeit genutzt wird. Sei es für Qualifizierung oder die Suche nach kreativen Möglichkeiten, um passende Angebote zu finden und im Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen zu bleiben. „Jugendarbeit steht auch in Coronazeiten nicht still, sondern geht verstärkt digitale Wege und sucht darin Möglichkeiten, den Kontakt zu den Jugendlichen und Ehrenamtlichen zu halten, z.B. über Online-Seminare, Beratung via Instagram oder digitale Öffnungszeiten von Jugendhäusern“, bemerkte Stephan Pulter von der Kreisjugendpflege Mainz-Bingen. Die rechtlichen Grundlagen zur digitalen Jugendarbeit wurden auch vom Referenten besonders hervorgehoben, so konnten die Teilnehmenden wieder viel für ihre jetzigen Angebote und Planungen mitnehmen. „Die zweitätige Veranstaltung wird nächstes Jahr nachgeholt“, versicherten Christine Hassemer und Stephan Pulter. ~wMe ~

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