Fehlbedarfe erkennen und neue Impulse geben

11.12.2019

15. Regionale Pflegekonferenz: Akteure aus dem Bereich der Pflege tauschen sich aus

Wie wirkt sich der demografische Wandel auf den Landkreis Alzey-Worms aus? Wie ist der Sozialraum im Umfeld der Pflege strukturiert? Wo besteht Ausbaubedarf hinsichtlich der Pflegeangebote und wo ist der Landkreis bereits gut aufgestellt? – Fragen mit denen sich das jüngst durch den Landkreis Alzey-Worms beauftragte Beratungsunternehmen „Transfer“ im Rahmen der Fortschreibung der Pflegestrukturplanung nach dem Landesgesetz zur Sicherstellung und Weiterentwicklung der pflegerischen Angebotsstruktur (LPflegeASG) auseinandersetzen wird. Menschen mit verschiedenen Krankheitsbildern in unterschiedlichen Lebenslagen erfordern eine Vielfalt an individuellen Pflege- und Unterstützungsangeboten im stationären, teilstationären und ambulanten Bereich. „Insbesondere in der ambulanten Pflege lassen sich erhebliche Defizite verzeichnen. Es ist uns ein Anliegen, alternative Wohnformen voranzutreiben“, betonte Landrat Ernst Walter Görisch anlässlich der 15. Regionalen Pflegekonferenz in Alzey. Der regelmäßige Erfahrungsaustausch als wichtige Komponente bei der Planung, Sicherstellung und Weiterentwicklung der pflegerischen Angebotsstruktur im Landkreis ist Ziel des gemeinsamen Treffens, zu dem der Kreischef zahlreiche Akteure aus der Pflege eingeladen hatte. Hiervon wie auch insbesondere hervorgehend aus der Berichterstattung des Beratungsunternehmens erhoffe man sich neue Impulse, um die Pflegelandschaft entsprechend der individuellen Bedürfnisse weiterentwickeln zu können, so Görisch.   

Ein Konzept als optimale Ergänzung der hiesigen Pflegestruktur sieht die Leiterin der Sozialabteilung, Andrea Maurer, auch im Wohnprojekt „Wohnen im Quartier“. Diese Wohnform bietet den Bewohnerinnen und Bewohnern die Möglichkeit, selbstbestimmtes Wohnen mit Versorgungssicherheit zu verknüpfen. Die dort lebenden Menschen sind Teil eines sicheren sozialen Netzes und greifen auf bereits vorhandene Infrastruktur im Quartier zurück, die sich wiederum mit wachsender Nachfrage ebenfalls weiterentwickeln kann – auch im ländlichen Raum. Der Wohnkomplex nach dem sogenannten „Bielefelder-Modell“ ermöglicht einen alternativen Lebensraum zum Älterwerden in Form von Einzelappartements, Wohngemeinschaften sowie Gästezimmern und damit sowohl zum auf Dauer angelegten Wohnen als auch zur Kurzzeit- und Verhinderungspflege. Das Quartierkonzept garantiert dabei eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung durch ambulante Anbieter. „Auch für den Landkreis Alzey-Worms ist das Wohnprojekt, das u.a. auch in Mainz und Rüsselsheim-Bauschheim bereits erfolgreich praktiziert wird, sehr interessant“, so Maurer über die Wohnform, die auf einer Kooperation von Wohnungsbaugesellschaften und ambulanten Pflegediensten basiert. Gestaltet und belebt werde das Projekt durch eine aktive Nachbarschaft und bürgerschaftliches Engagement.   

Dass die Kommunen im Alzeyer Hügelland, Wonnegau und im Altrheingebiet im Ehrenamt sehr gut aufgestellt sind, verdeutlichen auch die Beraterinnen der hiesigen Pflegestützpunkte und die Gemeindeschwestern plus . Im Rahmen des Erfahrungsaustausches lobten diese die Installation und den Ausbau der Bürgerbusse sowie anderer niederschwelliger Angebote auf ehrenamtlicher Basis, die für Bedürftige im Alltag eine erhebliche Erleichterung darstellen. Dringenden Nachholbedarf gebe es noch im Bereich der haushaltsnahen Dienstleistungen, Kurzzeitpflege sowie der Nachtpflege, wohingegen sich die Lage in der Tagespflege durch Schaffung weiterer Plätze erkennbar entspannt habe.

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