Dem Fachkräftemangel entschlossen entgegenwirken

28.08.2019

Landrat Ernst Walter Görisch im Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern des Handwerkes und der Kommunalpolitik

Mit Anregungen und Erfahrungen aus der Praxis im Gepäck sind Vertreterinnen und Vertreter der Kreishandwerkerschaft, Handwerkskammer, Berufsbildenden Schule sowie der Kommunalpolitik der Einladung des Landrates Ernst Walter Görisch zur diesjährigen Gesprächsrunde „Handwerk trifft Politik“ gefolgt. Maßnahmen zur Stärkung des ländlichen Raums sowie zur Nachwuchsgewinnung im Handwerk waren unter anderem Gegenstand des Gesprächs. „Im direkten Meinungs- und Erfahrungsaustausch sehe ich eine gute Möglichkeit, Berichte und Ideen aus der Praxis in den politischen Dialog zu transportieren“, betonte der Kreischef.  

Dabei sind es insbesondere die zahlreichen zum diesjährigen Ausbildungsstart noch offenen Ausbildungsstellen, die den hiesigen Handwerksbetrieben Sorge bereiten. Im Gespräch betonten Handwerk wie Politik einstimmig, dass man entschlossen sei, mit vereinten Kräften dem Fachkräftemangel in rheinhessischen Handwerksbetrieben entgegenzuwirken. Verwiesen wurden die Akteure seitens des Landrates auch auf ein derzeit laufendes Bildungsmonitoring auf Kreisebene, bei dem der Übergang von Schule in den Beruf im Fokus steht. Die dringende Erfordernis frühzeitiger Maßnahmen zur Berufsinformation sei hier verdeutlicht worden – und das bereits vor dem zweiten Halbjahr des achten Schuljahres. „Wir müssen Jugendliche begeistern“, ist sich auch Bernd Kiefer, Kreishandwerksmeister, sicher. Ergänzend zu bereits bestehenden und erfolgreichen Formaten – wie beispielsweise die Berufsinformationsmessen (BIM) – setzt die Handwerkskammer Rheinhessen (HWK) künftig verstärkt auf Berufsorientierung auf Augenhöhe. Möglichst gleichaltrige Auszubildenden sollen als „Ausbildungsbotschafter“ die vielfältigen Chancen im Handwerk offen kommunizieren und an Jugendliche herantragen, erläuterten Anja Obermann, Hauptgeschäftsführerin der HWK, und ihr Stellvertreter Dominik Ostendorf. Sie forderten die Unternehmer auf, geeignete Nachwuchskräfte aus dem eigenen Betrieb zu animieren, als Ausbildungsbotschafter aufzutreten. Zusätzlich zu geplanten Kooperationen mit den örtlichen Jugendfeuerwehren wolle man außerdem das Angebot der Ferienprogramme zur handwerklichen Berufsorientierung auf den Landkreis Alzey-Worms ausweiten und eng verzahnt mit dem Kreis als Schulträger sowie der Berufsbildenden Schule Alzey zusammenarbeiten. Teenager und Jugendliche sollen hierbei insbesondere Handwerksberufe sowie deren Nutzen im Alltag kennenlernen, deren Nachwuchssorge vergleichsweise groß ausfällt.  

Doch sind es nicht nur Maßnahmen zur Berufsinformation, die der Handwerkerschaft unter den Nägeln brennen. Im Dialog mit der Kommunalpolitik diskutierten die Handwerker auch Konzepte zur Förderung ausbildender Betriebe sowie die Stärkung kleiner Handwerksbetriebe im Wettbewerb mit großen Arbeitgebern. Es bedürfe diverser Anreize, um das Interesse der entsprechend ausgebildeten Fachkräfte für ein Arbeitsverhältnis in hiesigen Firmen zu wecken und diese später auch im Unternehmen halten zu können. „Auch wenn wir auf kommunaler Ebene in diesem Bereich nur begrenzt Steuerungsmöglichkeiten haben, ist es uns ein wichtiges Anliegen, Akzente zu setzen“, gab Görisch zu erkennen. So sagte der Kreis im Gespräch zu, als Mitglied des Zweckverbandes Rhein-Nahe Nahverkehrsverbund (RNN) die Bedingungen für eine Beteiligung am „Jobticket“ als Angebot zur vergünstigten Nutzung des ÖPNV für Beschäftigte an entsprechender Stelle zur Debatte zu stellen. Damit wolle man erreichen, dass auch personell kleiner strukturierte Unternehmen, wie es die Handwerksbetriebe in der Regel sind, vom Angebot des Verkehrsverbundes profitieren und sich damit als Arbeitgeber attraktiver aufstellen können.  

Insgesamt sehen die Akteure in der Gesprächsrunde „Handwerk trifft Politik“ eine gute Plattform im Lösungsfindungsprozess zur Steigerung der Attraktivität des Handwerkes. Dafür sprechend auch bereits erreichte Meilensteine, die im Dialog gemeinschaftlich entwickelt wurden. Jüngstes Beispiel: Die Aufnahme des Landkreises Alzey-Worms in den Geltungsbereich des regionalen Handwerkerparkausweises (Frankfurt RheinMain), wie Landrat Görisch in der Runde verkündete.

Maßnahmen zur Stärkung des ländlichen Raums sowie zur Nachwuchsgewinnung im Handwerk waren unter anderem Gegenstand des Gesprächs, zu dem Landrat Ernst Walter Görisch (r.) eingeladen hatte.
Maßnahmen zur Stärkung des ländlichen Raums sowie zur Nachwuchsgewinnung im Handwerk waren unter anderem Gegenstand des Gesprächs, zu dem Landrat Ernst Walter Görisch (r.) eingeladen hatte.

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