„Integration ist stetiger Austausch“

14.06.2018

Landrat Görisch überreicht Einbürgerungsurkunden

24 Frauen und Männern aus dem Landkreis Alzey-Worms überreichte Landrat Ernst Walter Görisch bei einer Feierstunde im Kulturzentrum in Alzey  Einbürgerungsurkunden und gratulierte zum besonderen Tag. Die neu Eingebürgerten stammen aus insgesamt 12 Herkunftsländern. Sechs Personen - die größte Gruppe - stammen aus Polen, gefolgt von Bürgerinnen und Bürgern aus Großbritannien (drei Personen) sowie aus Italien, Bulgarien, Kroatien, Thailand und Vietnam (jeweils zwei Personen). „Nachdem ich erfahren habe, dass auch eine doppelte Staatsbürgerschaft möglich ist, bin ich jetzt glücklich auch deutsche Staatsbürgerin zu sein“, freut sich die gebürtige Französin Caroline Prisot-Nuss  über die erfolgte Einbürgerung. „Von nun an stehen Ihnen viele Möglichkeiten offen: Sie dürfen wählen und sich wählen lassen, Sie haben das Recht, selbstständig zu arbeiten und innerhalb der EU sowie in zahlreiche Länder der Welt ohne Visum zu reisen“, erläuterte der Kreischef. Es sei wichtig, dass Integration als beidseitiger Prozess gelinge und die neu Eingebürgerten sich verantwortungsbewusst in die Gesellschaft einbringen. 148 Bürgerinnen und Bürger konnten im Jahr 2016 im Landkreis Alzey-Worms eingebürgert werden, 139 waren es im vergangenen Jahr. Eingebürgert werden kann, wer seit acht Jahren seinen rechtmäßigen Wohnsitz im Inland hat, sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes bekennt, seinen Lebensunterhalt ohne öffentliche Unterstützung bestreitet, nicht wegen einer Straftat verurteilt wurde und ausreichende Deutschkenntnisse im Rahmen eines Einbürgerungstests nachgewiesen hat. Ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Staaten der Europäischen Union haben die Möglichkeit, ihre bisherige Staatsangehörigkeit beizubehalten und eine Doppelstaatsangehörigkeit zu erlangen. 21 der eingebürgerten Männer und Frauen nutzten dies. Gemeinsam gelobten sie, die Rechte und Gesetze der Bundesrepublik Deutschland zu achten und alles zu unterlassen, was ihr schaden könnte. „Als Landkreis sind wir bemüht, gemeinsam mit Bund und Land sowie den unterschiedlichen Verbänden und Organisationen auch für eine soziale und gesellschaftliche Integration zu sorgen“, so Görisch. Das Land befinde sich im demografischen Wandel und zugleich aber auch im globalen wirtschaftlichen Wettbewerb. Deshalb sei Zuzug immens wichtig, um wettbewerbs- und konkurrenzfähig zu bleiben. Talente und Potenziale von Menschen mit Migrationshintergrund - 17,4 Prozent der Bevölkerung im Landkreis - müssten erkannt und gefördert werden. Dabei müsse das Thema Migration und Integration sachlich angegangen werden. Wichtig sei es, Menschen in diesem Bezug vorherrschende Ängste zu nehmen. Verbrechen, wie in jüngster Zeit geschehen, erschwerten dies.  „Wir als Landkreis haben es uns zur Aufgabe gemacht, ein Integrationskonzept zu erarbeiten, um damit insbesondere die gleichberechtigte Teilhabe der steigenden Zahl der Migrantinnen und Migranten in allen Lebensbereichen, die Intensivierung des gesellschaftlichen Dialogs und die Teilhabe an politischen Entscheidungen bestmöglich zu gewährleisten“, informierte der Kreischef. Zum Erwerb der deutschen Sprache biete unter anderem die Kreisvolkshochschule Sprach- und Integrationskurse. „Sie alle haben mit der erfolgreichen Teilnahme am Integrationskurs Ihre Motivation bewiesen, Teil unserer Gesellschaft zu werden und sich mit unseren Werten zu identifizieren“, betonte Görisch. Die feierliche Umrahmung der Feierstunde hatte Musiklehrer und Komponist Peter Jutz übernommen, der mit seinem gekonnten Vortrag auf der Violine  begeisterte.

Landrat Ernst Walter Görisch (2.v.l.) überreichte die Einbürgerungsurkunden an 24 Frauen und Männer aus dem Landkreis. zoom
Landrat Ernst Walter Görisch (2.v.l.) überreichte die Einbürgerungsurkunden an 24 Frauen und Männer aus dem Landkreis.

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