Themen rund um die Energiewende im Mittelpunkt

13.08.2018

Erster Energietisch des Landkreises / Austausch wichtig

Der Austausch zwischen den Kommunen im Landkreis Alzey-Worms in Bezug auf Energiethemen und die Vermittlung von Informationen über Möglichkeiten, Energiesparpotentiale in Gemeinden und Unternehmen zu nutzen, war Ziel des ersten Energietisches für die Verbandsgemeinden und die Stadt Alzey. Gemeinsam mit dem Regionalbüro Rheinhessen-Nahe der Energieagentur Rheinland-Pfalz hatte die Kreisverwaltung Vertreterinnen und Vertreter der VG`s und Gemeinden ins Kreishaus eingeladen. „Seit 2009 arbeiten wir in Kooperation mit den Landkreisen Mainz-Bingen und Bad Kreuznach an dem Ziel, Rheinhessen zu einer Null-Emissions-Region zu entwickeln. Basis des Zusammenwirkens ist unser Klimaschutzkonzept“, betonte Landrat Ernst Walter Görisch in seinen Begrüßungsworten, dass es wichtig sei, an dem Ziel festzuhalten und gemeinsam an der Umsetzung zu arbeiten. „Ein Umdenken im Kopf ist nötig, wenn es um das Thema Klimaschutz geht“, sagte Stefan Maurer, der beim Gebäudemanagement der Kreisverwaltung für das Thema Klimaschutz zuständig ist. Dies bekräftigte auch Luisa Scheerer, Regionalreferentin bei der Energieagentur: „Statt sich zu fragen: Können wir uns das leisten?, müsste die Frage vielmehr lauten: Können wir uns das nicht leisten? Scheerer gab zu bedenken, dass die Kosten zur Abminderung von Klimawandeleffekten perspektivisch um ein vielfaches höher sein werden als jede Präventionsmaßnahme im Klimaschutz. Beim Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verbandsgemeinden und Städte wurde deutlich, dass die Frage nach der Finanzierung von Energieffizienzmaßnahmen in vielen Kommunen deren Umsetzung hemmt. Scheerer nannte Förderprogramme, die auf konkrete Maßnahmen in der effizienten und erneuerbaren Wärmeversorgung, der Beleuchtung oder Lüftungstechnik zielen: „Darüber hinaus wird auch der generelle Einstieg in den kommunalen Klimaschutz   umfassend gefördert, sei es über ein Klimaschutzmanagement oder die energetische Quartierssanierung.“ Das Thema Contracting als mögliche Alternative zur Eigenfinanzierung von Maßnahmen und Projekten erläuterte Christoph Zeis, Geschäftsführer der EDG Rheinhessen-Nahe. Zeis nannte darüber hinaus Möglichkeiten zur Energieeinsparung durch die Kommune mithilfe eines kommunalen Energiecontrollings und - managements, die Umstellung der   Straßenbeleuchtung oder durch ein Mobilitätsmanagement in der Verwaltung. „Eine wichtige Bedeutung nimmt ein politisches Bekenntnis zum Klimaschutz auf Gemeindeebene ein. Wenn die Kommune Einfluss auf das Verhalten der großen Energieverbrauchergruppen Haushalte und Unternehmen nehmen will, muss sie selbst als Vorbild vorangehen und der Öffentlichkeitsarbeit einen hohen Stellenwert einräumen“, informierte Scheerer. Unterstützungsangebote hierfür gebe es im Land zahlreiche, nicht zuletzt von der Energieagentur. Zwei Gastredner aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis berichteten aus der Praxis. Klimaschutzmanager Frank-Michael Uhle schilderte die Erfolgsgeschichte des Landkreises in Bezug auf die Energiewende, die eine hohe Wertschöpfung für die Kommunen mit sich bringe. Heute sei der ländlich geprägte und traditionell strukturschwache Rhein-Hunsrück-Kreis der Landkreis mit der niedrigsten Pro-Kopf-Verschuldung in Rheinland-Pfalz. Volker Wichter, Ortsbürgermeister der Gemeinde Neuerkirch in der Verbandsgemeinde Simmern, berichtete vom Nahwärmenetz im Ort, der solarstrombetriebenen Straßenbeleuchtung, Energiesparrichtlinien mit Förderung für Privathaushalte und von vielen weiteren Projekten, die auf Ortsgemeindeebene mit Engagement realisiert werden können. 

Energieeffizienz in Unternehmen voranbringen

Vielfältige Möglichkeiten, Wirtschaftsunternehmen für Klimaschutzthemen zu begeistern stellte Peter Zentner, Mitarbeiter der   Energieagentur, vor. Dabei lenkte er den Blick vor allem auf die „KMU Energiekarawane“, ein Angebot der Energieagentur: In einem Gewerbegebiet oder einem Ortsteil wird den ansässigen Unternehmen ein kostenloser Energiecheck mit Begehung vor Ort angeboten. „Im Rahmen des etwa einstündigen Termins können zwar nicht alle Probleme erkannt und gelöst werden, aber der Unternehmer erhält doch einen recht guten Überblick, wo es sich lohnt, genauer hinzuschauen“, so Zentner. Oftmals   ergebe sich vor Ort auch die eine oder andere Sofortmaßnahme. Das Angebot gelte wegen förderrechtlicher Einschränkungen begrenzt auch für landwirtschaftliche Unternehmen. Initiiert werden könne die Energiekarawane durch die Gemeinde, die Verbandsgemeinde oder auch durch den Landkreis. Zentner präsentierte darüber hinaus   Förderprogramme für Unternehmen im Bereich Energieeffizienz. „Im Rahmen der Veranstaltung schilderten die Teilnehmer Ziele, Arbeitsweisen und Herausforderungen in den eigenen Kommunen. Die Erkenntnis, dass andere Verbandsgemeinden und Städte ähnliche Herangehensweisen und Probleme haben, hilft zum einen bei der Einordnung der eigenen Arbeit. Andererseits kann der Blick auf gelungene Beispiele inspirieren und wertvolle Tipps vermitteln“, informierte Scheerer darüber, dass der Landkreis und das Regionalbüro Rheinhessen-Nahe der Energieagentur den Austausch unter anderem über das Format des Energietisches auch künftig ermöglichen werden.

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