„Gewalt können Sie sich abschminken“

24.08.2017

Runder Tisch informiert über Hilfeangebote bei häuslicher Gewalt

Unter der Schirmherrschaft von Landrat Ernst Walter Görisch präsentierten Beratungsstellen  und Institutionen aus dem Landkreis beim Aktionstag gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen auf dem Alzeyer Roßmarkt ihre Angebote zur Hilfe. „Mit dem Aktionstag  möchte der Runde Tisch - ein Zusammenschluss von Beratungsstellen und Organisationen, die mit Opfern häuslicher Gewalt zu tun haben - für das Thema und seine Auswirkungen sensibilisieren. Gewalt in Beziehungen ist leider mehr verbreitet als angenommen“, betont die  Gleichstellungsbeauftragte und Koordinatorin des Runden Tisches, Katharina Nuß: „Gewalt im sozialen Nahraum ist nach wie vor eines der häufigsten Themen im Frauenbüro, denn statistisch gesehen ist jede vierte Frau von Gewalt betroffen. Trotz der rechtlichen Konsequenzen und der hohen Aufklärungsrate  gibt es in allen gesellschaftlichen Schichten Opfer.“ Doch obwohl zahlreiche Familien und Beziehungen von Gewalt geprägt sind, leiden viele Betroffene still. Durch den Aktionstag soll das Bewusstsein vertieft werden, dass häusliche Gewalt ein Straftatbestand ist und dass das Thema alle angeht. Zahlreiche Passantinnen und Passanten interessierten sich für die Hilfsangebote, nahmen Flyer, die in 16 Sprachen angeboten wurden, mit und suchten das Gespräch mit den Mitarbeiterinnen der Beratungsstellen. „Indem Öffentlichkeit hergestellt wird, werden die Hürden abgebaut und dadurch der Zugang zu Beratungsstellen erleichtert“, betont Landrat Görisch. Der Runde Tisch setze damit ein deutliches Zeichen, dass Gewalt in engen sozialen Beziehungen keine Privatsache ist und der Landkreis über ein gut aufgestelltes und vernetztes Hilfsangebot verfüge. Vor Ort waren Vertreterinnen und Vertreter der Polizei, der Interventionsstelle, des Frauenzentrums, des Jugendamts, des Frauenhauses, des Kinderschutznetzwerks und des Weißen Rings präsent. Sie stellten sich vor und zeigten, dass Hilfe und Unterstützung in erreichbarer Nähe existiert. Um auf die Aktion aufmerksam zu machen, wurden Abschminktücher mit dem Aufdruck „Gewalt können Sie sich abschminken“, verteilt. Dass die Aktion auf dem Roßmarkt Wirkung zeigt, unterstreicht Katharina Nuß: „Im Anschluss an den Aktionstag gibt es zahlreiche Beratungsanfragen und Telefonate“, berichtet die Gleichstellungsbeauftragte. Dabei wenden sich nicht ausschließlich Betroffene, sondern auch aufmerksame Nachbarn, Freunde, Lehrkräfte oder Krankenschwestern an die Beratungsstellen und berichten über  verdächtige Beobachtungen. „Wir werden zu rund 80 Einsätzen im Jahr gerufen, bei denen häusliche Gewalt eine Rolle spielt. Den Aktionstag nutzen wir, um Passanten anzusprechen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen, berichtet Polizeioberkommissar Werner Lennerth von der Polizeiinspektion Alzey.

Dass Gewalt in engen sozialen Beziehungen keine Privatsache ist und der Landkreis über eine gut aufgestelltes Hilfsangebot verfügt machten (v.r.)  Landrat Ernst Walter Görisch, Sigrun Aust-Job (Frauenzentrum Hexenbleiche), Anette Altmayer (Frauenzentrum Hexenbleiche) , Gleichstellungsbeauftragte  Katharina Nuß und Johannes Moeske  (DRK) deutlich.    zoom
Dass Gewalt in engen sozialen Beziehungen keine Privatsache ist und der Landkreis über eine gut aufgestelltes Hilfsangebot verfügt machten (v.r.) Landrat Ernst Walter Görisch, Sigrun Aust-Job (Frauenzentrum Hexenbleiche), Anette Altmayer (Frauenzentrum Hexenbleiche) , Gleichstellungsbeauftragte Katharina Nuß und Johannes Moeske (DRK) deutlich.

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