„Betreuungsreform ist ein absoluter Erfolg!“

06.07.2017

Eröffnungsveranstaltung der Wanderausstellung zum 25-jährigen Jubiläum des Betreuungsrechts

Die Verabschiedung des Betreuungsrechts jährt sich in diesem Jahr zum 25. Mal. Ziel der Reformierung ist es, die Betroffenen - Menschen mit einer psychischen, geistigen, seelischen oder starken körperlichen Beeinträchtigung, die nicht mehr selbst für sich Sorge tragen können – in den Mittelpunkt zu stellen, um deren Wünschen und Vorstellungen möglichst zu entsprechen. Das Recht der Vormundschaft und der Gebrechlichkeitspflege für Erwachsene gehörte damit vollends der Vergangenheit an. Anlässlich des Jubiläums gewähren regionale Betreuungsvereine, die Betreuungsbehörde und das Betreuungsgericht im Rahmen der Wanderausstellung zum Thema „Rechtliche Betreuung“ Einblick in ihren Arbeitsalltag. „Aufgrund steigender Lebenserwartung der Menschen, infolge derer vermehrt Defizite im Alltag entstehen, gewinnt das Thema der rechtlichen Betreuung heute zunehmend an Bedeutung“, stellt Landrat Ernst Walter Görisch bei der Auftaktveranstaltung fest. Die Zielsetzung der Reformierung beinhaltet nicht nur die neue Wahrnehmung des betroffenen Menschen, sondern auch des Begriffs „Betreuung“. Diese sei nämlich als unterstützende Hilfe anzusehen, betont Kirsten Grittner-Nick, Direktorin des Amtsgerichts Alzey. Die Aufgaben der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Betreuer bestehen überwiegend darin, den Betroffenen bei Behördengängen und rechtlichen Angelegenheiten zur Seite zu stehen. „Dabei ist es wichtig, dass der persönliche Kontakt im Vordergrund steht und nicht bloß verwaltet wird“, führt Grittner-Nick weiter aus. Um dem neuen Betreuungsrecht gerecht werden zu können, sei es der Leiterin der Sozialabteilung, Andrea Maurer, zufolge unerlässlich, dass Betreuungsgericht, Betreuungsvereine und Betreuungsbehörde miteinander kooperieren. Im Landkreis Alzey-Worms gibt es derzeit fünf Betreuungsvereine, die jährlich mit einem Zuschuss in Höhe von 48.000 Euro vom Landkreis unterstützt werden.   Die Betreuungsvereine sind unter anderem für die planmäßige Gewinnung und Vermittlung ehrenamtlicher Betreuer zuständig und stehen diesen bei rechtlichen Fragen zur Seite. Die vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Betreuungsbehörde nehmen den persönlichen Kontakt zu den Betroffenen auf und erstellen einen qualifizierten Sachbericht, der als Grundlage für die gerichtliche Entscheidung über die Notwendigkeit und den Umfang einer Betreuung dient – keine Anordnung erfolgt ohne Anhörung des Betroffenen selbst. Im Betreuungsfall prüft das Betreuungsgericht darüber hinaus, ob das Recht des Betroffenen gewahrt bleibt. Im Gegensatz zum Recht der Vormundschaft und dem Recht der Gebrechlichkeitspflege für Erwachsene, die eine zeitlich unbegrenzte Anordnung vorsahen, wird heute der Betreuungsbedarf im Rhythmus von sieben Jahren neu überprüft. „Die Betreuungsreform ist ein absoluter Erfolg!“, betont Grittner-Nick. Ein Aspekt, der diese Aussage bestätige, sei, dass mittlerweile viele Betreuungen von den Betroffenen selbst angeregt würden. Vor der Reformierung im Jahr 1992 waren es noch 300.000 Betroffene – heute werden 1,2 Millionen Menschen rechtlich betreut. Trotz des steigenden Lebensalters der Bevölkerung wird voraussichtlich die Zahl der Anordnungen der Betreuung nicht stärker wachsen. Grund dafür sei, dass das Instrument der Vorsorgevollmacht sich bereits etabliert habe und dadurch rechtliche Betreuung vermieden werden könne, klärt die Direktorin des Amtsgerichts Alzey auf. Weitere Informationen zu den Themen Betreuungsrecht und Vorsorgevollmacht sind der Wanderausstellung zu entnehmen, die bis 19. Juli im Foyer der Kreisverwaltung Alzey-Worms zu sehen ist.

Über das Thema Betreuungsrecht und Vorsorgevollmacht informiert eine Wanderausstellung im Foyer der Kreisverwaltung Alzey-Worms.
Über das Thema Betreuungsrecht und Vorsorgevollmacht informiert eine Wanderausstellung im Foyer der Kreisverwaltung Alzey-Worms.

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